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25
02
2020

Yogalehrer Ausbildung in Indien – Teil 1

Die Entscheidung eine Yogalehrer Ausbildung in Indien, also ein Yoga Teacher Training zu machen, ist bei mir recht spontan gefallen. Dennoch ist Yoga etwas, was schon vor vielen Jahren meine Aufmerksamkeit erregt hat. Ich bin schon immer sehr vielseitig interessiert gewesen und vor allem was den Bereich Gesundheit und Training angeht, hat sich mein Interesse in den letzten Jahren immer mehr in Richtung ganzheitliches Training und Gesundheit und verlagert. Bewegung ist für mich ein wichtiger Teil davon aber mit Bewegung alleine kann man einiges oft nicht abdecken und stößt bei vielen Problematiken an seine Grenzen.

Yoga hat einen ganzheitlichen Zugang zum Thema Gesundheit. Der neben der Bewegung (den Asanas) auch auf andere Säulen wie Atemübungen (Pranayamas), Meditation, Entspannung und Ernährung aufbaut.

 

Yogalehrer Ausbildung in Indien

 

Wie bin ich zum Yoga gekommen?

Den ersten Kontakt mit dem Yoga hatte ich schon vor mehr als 12 Jahren damals noch in erster Linie aus Interesse an den Körperübungen. Der geistige und mentale Zugang zum Yoga hat mich damals noch überhaupt nicht angesprochen und zum Teil auch wieder ein bisschen vom Yoga entfernt. Ich konnte damit nicht wirklich etwas anfangen und mich nicht identifizieren. Ich war aber auch noch nicht offen genug bzw. noch nicht in der richtigen Lebensphase dafür.

Im Laufe der Jahre praktizierte ich dann immer wieder Yoga mit mehr oder weniger großen Abständen dazwischen. Da man Yoga praktisch überall durchführen kann, fand ich es insbesondere auf längeren Reisen sehr praktisch und übte es da immer wieder einmal für mich. Auch als Warm-up vor den unterschiedlichsten Sportarten insbesondere fürs Surfen baute ich den Sonnengruß gerne ein. Nach wie vor lag mein Fokus aber rein auf den Körperübungen.

Also im Grunde genommen war es für mich eine weitere Bewegungsform zu den vielen anderen, die sowieso schon Teil meines Lebens waren.

Dabei ist Yoga weit mehr als rein eine Bewegungsform, ein Training oder eine Ansammlung von Körperübungen.

Das „Besondere“ an Yoga erkannte ich damals noch nicht. Denn im Gegensatz zu Sport oder Training wo es meistens rein um die Aktivität geht oder darum ein Ziel zu erreichen, ist Yoga ein Weg sich kennenzulernen, seinen Körper zu spüren. Um Bewusstsein zu schaffen, für sich selbst. Es geht darum den Körper und den Geist zu verbinden, dass Körper und Geist eine Einheit werden.

Das Wort Yoga bedeutet in Sanskrit: „Verbindung oder Einheit“

Das ist oft ein großer Unterschied zu Training, wo es rein um die Bewegung geht oder manchmal auch darum geht durch die Bewegung den Geist ein bisschen abzuschalten. Also fast eher darum den Geist vom Körper zu trennen. Beim Yoga ist das anders. Auch wenn es in westlichen Ländern manchmal wie ein Sport praktiziert wird und dann im Grunde genommen nichts anderes ist.

Eigentliches Ziel wäre es aber des Anfangs erwähnten verschiedene Säulen (Körperübungen, Atemübungen, Meditation, Entspannung und Ernährung) den Körper und den Geist zu verbinden. Die Atmung spielt hierbei auch eine wichtige Rolle, viel bewusster als beim Sport, wo sie rein der Sauerstoffaufnahme dient. Yoga ist im Grunde genommen eine ganzheitliche Lebensphilosophie und natürlich viel komplexer. Zum leichteren Verständnis wollte ich euch eine kurze Einleitung und Zusammenfassung geben.

Höher, schneller, weiter…

Die letzten Jahre, speziell die beiden letzten, waren bei mir geprägt von höher, schneller weiter in allen Bereichen. In vielen Bereichen hat das auch gut funktioniert. Es ist extrem viel weitergegangen und ich habe mich zumindest Anfangs immer ganz in meiner Kraft gefühlt. In anderen wiederum sind die Herausforderungen dadurch immer größer geworden und vor allem wurde mein Stress immer größer und meine innere Balance und Ausgeglichenheit immer kleiner…

Was macht man nun ein Mensch häufig in Situationen in denen er am meisten gefordert ist? Das was er am besten kann, bzw. das was er gewohnt ist. Er bleibt in seiner Komfortzone. Bleibt dann aber auch oft stehen oder übersieht gewisse Dinge.

In meinem Fall war das Stress durch Bewegung, manchmal auch Extremsport, zu kompensieren. Bewegung wirkt auch ausgezeichnet um Stress abzubauen und es hat mir immer sehr sehr gut getan. Insbesondere während der körperlichen Ausübung und kurz danach. Aber eben sehr oft nur kurzfristig.

Ich habe dann gemerkt, dass der stress dadurch nicht weniger wird und dass ich in gewisser Weise diesen stress über die Bewegung kompensiere. Und das größte Problem dabei war, dass je mehr Stress ich hatte, desto mehr hatte ich auch das Bedürfnis nach intensiveren Bewegungserlebnissen und Trainings. Fast schon wie eine Sucht. Das hat dann in gewisser Weise auch wieder zu mehr Stress geführt hat.

So ist es gekommen wie es kommen musste ich bin aus diesem Hamsterrad nicht mehr richtig rausgekommen und hatte eine sehr herausfordernde Zeit, die irgendwie immer intensiver wurde und zu einer privaten Krise führte. Körperlich war ich durch die viele Bewegung fitter als jemals zuvor und ich habe meinen Körper quasi in Maschine verwandelt. Da ich mich auch mit Ernährung schon seit vielen Jahren beschäftige ging die Formkurve ständig bergauf. Auch alle medizinischen Untersuchungen und Leistungstests, die ich in den letzten Jahren durchgeführt habe, haben das bestätigt. Deswegen war es auch so schwer zu erkennen, dass ich irgendetwas ändern muss. Denn im Grunde genommen ist es immer bergauf gegangen. In allen Bereichen. Bis es zu meiner privaten Krise kam.

Die hat mir aufgezeigt, dass ich obwohl fitter als jemals zuvor ganz und gar nicht mehr in Balance war. Und zur ganzheitlichen Gesundheit und Balance in allen Bereichen gehört eben mehr dazu als rein der körperliche Aspekt. Lange Zeit wusste ich nicht wo ich ansetzen soll um da wieder rauszukommen um etwas zu ändern. Ich war quasi hilflos in meinem Hamsterrad, in meinen Mustern gefangen.

Gleichzeitig habe ich mich immer mehr von mir selbst entfernt und es quasi überhaupt nicht mehr ausgehalten einmal nichts zu tun. Wo ich früher einmal sehr geduldig war und regelmäßig auch viel Zeit mit nichts tun verbracht habe, ist mir das jetzt extrem schwer, gefallen und ich habe es quasi gar nicht über längere Zeit ausgehalten.

Zumindest langsam ist mir bewusst geworden, dass ich etwas ändern muss. Ich habe zu mir gesagt, so kann ich nicht weitermachen. Es wird nicht auf Dauer gut gehen wenn ich Stress durch noch extremer den Sport oder mehr Arbeit kompensiere. Irgendwann wird das zu viel werden und nicht auf Dauer funktionieren. Es muss sich etwas ändern hab ich mir gesagt… Und wer etwas ändern möchte, sollte immer zuerst bei sich selbst anfangen. Ändere etwas, dann ändert sich etwas.

 

Höher: Triathlon Wettkämpfe, wie hier der Ironman

Weiter: Tenniswettkämpfe und andere Aktivitäten

Schneller: Viel Arbeit

 

 

 

Willst du etwas ändern, dann ändere etwas! Warum also nicht ein Yoga Teacher Training?

Für eine Änderung musste ich also aus meiner Komfortzone raus und etwas ganz anderes ausprobieren dachte ich mir. Meine bisherige Komfortzone war intensiver Sport und viel Arbeit.  Für eine Änderung musste also etwas anderes her. Etwas Ruhigeres, etwas wo es einmal nicht um Leistung geht. Wo ich wieder mehr zurück zu meiner „inneren Balance“ komme.

Und irgendwie bin ich dann wieder auf Yoga gekommen. Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, dass Yoga jetzt genau das richtige für mich sein könnte. Und zwar genau jener Aspekt des Yogas, der mich anfangs überhaupt nicht angesprochen hat. Der geistige, mentale und meditative Aspekts des Yogas. Was damals ich damals noch als esoterisch abgestempelt habe und zudem ich keinen Zugang hatte, hat mich jetzt auf einmal angesprochen.

Um den nötigen Fokus dafür zu haben, entschied ich mich das ganze mit einer kleinen Auszeit zu verbinden. Zuhause wäre die Ablenkung zu groß und die Wahrscheinlichkeit zu gewohnte Verhaltensweisen zurückzukehren ebenso.

So habe ich mich im November letzten Jahres entschieden nach Indien zu reisen. Ich wollte mich im Land des Ursprungs von Yoga über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen nur mit Yoga und Meditation zu beschäftigen. Wenn ich etwas angehe, dann gehe ich es meist so richtig an und habe gesagt um noch mehr zu lernen möchte ich gleich eine Yogalehrerausbildung besuchen.

 

Anreise zur Yogaschule – Mit der Eisenbahn. Ein Erlebnis in Indien!

 

 

 

Wie so ein Yoga Teacher Training abläuft und was ich dort lernen durfte erzähle ich euch in meinem nächsten Blogbeitrag.

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