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10
03
2020

Yoga Ausbildung in Indien Teil 3 – Meine Erkenntnisse

Bei meiner Yoga Ausbildung durfte ich extrem viel lernen, deswegen weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.  Fünf Wochen sind eine sehr lange Zeit, gleichzeitig ist sie aber auch wieder viel zu schnell vergangen… In erster Linie habe ich extrem viel über mich, über meinen Körper und über mein Verhalten gelernt. Das war mir eigentlich auch am Wichtigsten. Meine Hauptmotivation war ja die Selbsterfahrung und etwas über mich zu lernen und zu ändern.

Man sagt auch:

„Yoga ist ein Weg zur Selbsterkenntnis.“

„Du machst erst richtig Yoga, wenn du dich selbst kennst“

 

Weil dann weißt du welche Art von Yoga dir in welchem Moment guttut. Welche Art der Meditation, Ernährung etc. Und auf was du bei deinem Verhalten achten musst um deine Balance zu halten. Nachdem ich vor der Ausbildung sehr unregelmäßig Yoga und über einen langen Zeitraum dazwischen auch gar nicht praktiziert habe, hat sich bei meinem Körper durch die mindestens vierstündige tägliche Yogapraxis jeden Tag, einiges verändert.

Ich bin im Allgemeinen viel beweglicher geworden und Einschränkungen, die aufgrund meiner jahrelangen früher auch einseitigeren Sportpraxis und durch den Alltag zustande gekommen sind, haben sich stark verbessert.

Was habe ich bei meiner Yoga Ausbildung gelernt?

Für mich war die anfangs erwähnt Yoga früher vor allem eine Körperübung. Dieses Mal wollte ich mich aber ganz speziell mit den Atemtechniken und dem meditativen Aspekt des Yogas beschäftigen. In diesem Bereich habe ich verschiedene Techniken gelernt und auch ausprobieren können was für mich am besten passt. Das übe ich jetzt zur Vertiefung in meiner täglichen Praxis zu Hause weiter und war und ist für mich extrem wertvoll.

Völliges Neuland für mich war das Wissen über und die Bedeutung über die Chakren und das Mantra singen.  Anfangs ging ich eher noch mit Abneigung zu den Mantra Stunden und auch der tägliche Mantra Gesang vor jedem Essen und jeder Unterrichtseinheit waren sehr ungewohnt für mich. Doch mit der Zeit fing es an mir immer mehr zu gefallen.

Nichts Neues waren für mich die Inhalte im Anatomieunterricht. Da hatte ich aufgrund meines Sportwissenschaftstudiums und meiner verschiedenen Trainerausbildungen einen Vorteil gegenüber den anderen Teilnehmern und musste für die Prüfung in diesem Fach weniger lernen.  Nichts desto trotz war es für mich auch eine gute Wiederholung.

Das waren meine Highlights

Die Philosophie des Yoga und die Bedeutung des achtgliedrigen Pfades des Yoga hat mich sehr interessiert. Yoga in seiner ganzen Komplexität und Ganzheitlichkeit kennenzulernen war eine tolle Erfahrung. Die indischen Lehrer haben das auch mir sehr viel Leidenschaft für die Materie übermitteln können.

Eine Yogalehrerausbildung in einer so kleinen Gruppe machen zu können war für mich auch ein Privileg und hat genauso wie der intensive persönliche Austausch mit den Lehrenden viel zum Lernerfolg beigetragen! Die kleine und private Atmosphäre trug auch dazu bei, dass zwischendurch viel Zeit zum Austausch mit den anderen Schülern blieb. Die kamen aus der ganzen Welt und wir waren wirklich ein bunter Haufen sowohl von den Nationalitäten, den Interessen als auch vom Alter (von Anfang 20 bis Ende 50 war alles dabei). Einzig vom Geschlecht war es ziemlich einheitlich. Die meisten Teilnehmer waren Frauen. Aber das ist wohl im allgemeinen noch fast überall so wenn es ums Thema Yoga geht.

Die Lage am Strand war nicht das Wichtigste Kriterium des Kurses aber ein angenehmes plus. ?

 

Nach dem Unterricht in Philosophie des Yoga

 

 

 

Welche Veränderungen habe ich gespürt?

Auf körperlicher Ebene:

Am Anfang der Ausbildung habe ich beim täglichen Yogaunterricht bei 35°C und hoher Luftfeuchtigkeit insbesondere beim intensivem Ashtanga Yoga sehr geschwitzt. Da habe ich richtig gemerkt wie die ganzen Giftstoffe ausgeschieden werden und sich mein Körper in Verbindung mit der guten Ernährung, dem vielen Schlaf und der Abwesenheit von Stress reinigt und entspannt.Das ist intensive Schwitzen ist von Tag zu Tag weniger geworden und ich habe mich immer mehr in meiner vollen Kraft gefühlt. Von der Beweglichkeit habe ich gemerkt wie sich mein Schultergürtel geöffnet hat und ich in diesem Bereich mich wieder viel freier bewegen kann. Natürlich habe ich auch viele Asanas gelernt, die ich am Anfang nicht konnte.

Durch die vielen Yogakörperübungen bin ich viel beweglicher geworden

So hat sich meine Beweglichkeit verbessert:

Am deutlichsten habe ich die körperliche Veränderung bei der Rumpfbeuge vorwärts wahrgenommen. Da es eine Übung ist, die ich sehr regelmäßig durchführe, habe ich einen guten Vergleich. Vor der dem intensiven Yogamonat konnte ich mit den Fingerspitzenden Boden berühren. Am Ende des Monats ging es sich aus, dass meine Handflächen komplett den Boden berührten. Das war eine Steigerung von mehr als 15 Zentimetern in weniger als einem Monat!!!

Ein weiteres Beispiel:

Im Sitzen hatte ich zu Beginn ist große Probleme auch nur in einfacherenn Meditationsposition über längere Zeit zu verharren. EIgentloch klappte nur der Schneidersitz (Sukhasana) gut. Inzwischen geht es auch im Halblotus für mehr als eine Stunde und selbst im Lotussitz (Padmasana) kann ich jetzt für einige Zeit angenehm sitzen. Das mach das meditieren auch einfacher.Die vegetarische Kost hat zu einer gut funktionierenden regelmäßigen Verdauung geführt. In diesem Bereich ging es aber auch davor schon zum Glück meistens recht gut. Aber das sind ist alles Veränderungen auf körperlicher ebene.

Erkenntnisse auf geistiger/mentaler Ebene.

Auf mentaler Ebene habe ich gemerkt, dass ich wieder viel ruhiger und gelassener geworden bin. Dinge, die mich früher geärgert haben, kann ich jetzt wieder leichter akzeptieren und annehmen. Negative Gedanke, die auftauchen unterdrücke und bekämpfe ich nicht mehr, sondern nehme sie ganz einfach an und dann verschwinden sie meistens auch schnell wieder.

Ich habe auch nicht mehr so sehr das Bedürfnis bei Stress, etwas anderes tun zu müssen um meinen Kopf „abzuschalten“. Also wo ich früher gerne mal unbeabsichtigt Stress, durch andere Aktivitäten oder anderen Stress kompensiert habe, brauche ich das jetzt nicht mehr so.

D.h. jetzt nicht, dass ich nicht nach wie vor gerne mal intensiverem Sport oder extremeren Aktivitäten nachgehe. Sie machen mir nach wie vor Spaß. Und das ist auch gut so. Denn wahrscheinlich gehört das einfach zu mir. Ich brauche sie nur nicht mehr zur Kompensation. Das war zwar früher auch nicht immer der Falls, aber manchmal schon und dann wurde es schnell übersehen.

Beim Yoga geht es darum seinen eigenen Körper kennenzulernen und sich selbst besser zu verstehen

Wettbewerb nicht alles ist. Ich liebe es nach wie vor mich Herausforderungen zu stellen und bin leistungsorientiert. Ich habe aber durch Yoga gelernt, dass es nicht so wichtig ist und vor allem, dass wir uns in unserer Gesellschaft oft viel zu sehr mit anderen Vergleichen. Beim Yoga geht es weder um Leistung, noch um Vergleich. Es geht darum, sich selbst auszuprobieren, kennnezulernen, Erfahrugnen zu sammeln und zu spüren. Das geht nur wenn man bei sich ist und sein Inneres hört. Sobald man sich vergleicht, spürt man sich selbst wahrscheinlich nicht mehr so gut.

Im Umgang mit anderen bin ich, glaube ich auch achtsamer geworden und gehe mit meinen Emotionen sorgfältiger um. D.h. jetzt nicht, dass ich jetzt Emotionen per se schlecht finde aber dass ich mir besser überlege wem ich was übermittle und wie das bei wem ankommen könnte…

Ich habe vor allem durch die Meditation und die Atemübungen neue Techniken gelernt, die mir in vielen Lebensbereichen helfen. So fühle ich mich wieder viel mehr in Balance und die Verbundenheit von meinem Körper mit meinem Geist.

Meditation am Strand

Welche Hürden und Herausforderungen hat es gegeben?

Mir ging es kurz nach meiner Ankunft in Indien gleich wie den vielen anderen Indienreisenden. Gleich am Anfang meiner Reise hatte wie so viele andere Verdauungsproblem. Die hielten aber zum Glück nur einen Tag an. In weiterer Folge aß ich eigentlich alles was in der Yogaschule angeboten wurde und an meinen freien Tagen und nach der Reise jede Menge köstliches Streetfood.

Ich traf keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen und konnte eigentlich „fast“ alles gut verdauen ?

Nachdem die Yoga Schule sich an einem Strand befindet, der insbesondere über die Feiertage sehr gut besucht war, wurde zu Weihnachten am 24.12. und zu Silvester am 31.12. am Strand und im Nachbarhotel lautstarke Technomusik gespielt. Das hat natürlich ganz und gar nicht zur Yogaausbildung gepasst und im Umkreis eines Ashrams wäre das wohl nicht passiert.

Die Yogaschule kann aber auch nichts dafür und zwei Nächte lassen sich über einen Zeitraum von einem Monat verkraften. Außerdem habe ich das wiederum als Lernprozess gesehen. Im Yoga geht es auch ums Annehmen und Akzeptieren. So wurde ich gleich einmal getestet. Und obwohl ich nicht zum Feiern dort war und an diesen Abenden früh in meinem Bungalow war, hab ich mich nicht darüber geärgert oder schon gar nicht aufgeregt.

Am 1.1. fiel mir das Aufstehen natürlich etwas schwerer, da ich in der Silvesternacht kaum zum Schlafen gekommen bin. Ansonsten kam ich mit dem Aufstehen um 05:45 sehr gut klar, da ich zuhause auch ein Frühaufsteher bin. Die Struktur der you Manchmal etwas Chaotisch Da hat die schule sich ja noch aufholbedarf aber das wissen sie ich selbst.

In Indien laufen manche Dinge eben anders

Von der Organisation her gibt es in der Yogaschule noch ein bisschen einen Verbesserungsbedarf und es war manchmal etwas chaotisch. Nach einiger Zeit habe ich mir aber gedacht, dass es gar nicht chaotisch ist, sondern einfach die Kultur in Indien anders ist und ich als Europäer wahrscheinlich nur anderes gewohnt bin.

In einer europäisch oder amerikanisch geführten Yogaschule wäre es eventuell etwas besser strukturiert gewesen. Aber dafür hätte ich nicht nach Indien reisen müssen. Und ich wollte ja ganz speziell in eine indische Yogaschule. Von dem her hat das gut gepasst. Was für mich auch mehr zählt sind die Lehrerenden und die waren alle sehr kompetent und engagiert und haben mir die Inhalte authentisch, indisch (auf Englisch) vermitteln können.

 

 

Fazit:

Auf einer Ausbildung verbringt man immer sehr viel Zeit mit anderen Menschen und es haben sich viele interessante Gespräche ergeben und Freundschaften entwickelt. Mir hat diese 200h Yogalehrerausbildung und die fünf Wochen in Indien Monat in Indien selbst sehr viel gebracht und wieder die Augen fürs Wesentliche geöffnet. Für mich war die Hauptmotivation, Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis und da kann ich sagen sehe ich jetzt viele Dinge anderes und bin definitiv wieder ausgeglichener. Das erworbene Wissen und die Techniken setze jetzt ich auch täglich in meiner eigenen Yogapraxis zuhause um und möchte mich definitiv in diese Richtung weiter vertiefen. Da ich mich natürlich auch beruflich in einem ähnlichen Feld, das ebenfalls die Themen Bewegung Ernährung und Wohlbefinden einschließt und Gesundheit ganzheitlich betrachtet, konnte ich natürlich auch für meine berufliche Praxis mitnehmen. Insbesondere der ganzheitliche Ansatz von Yoga ist etwas, das ich sehr wichtig und aktualitätsbezogen finde. Genauso wie die Möglichkeit mit Yoga ein Tool zu haben, eine Lebensphilosophie, die einen selbst wieder mehr erdet und helfen kann gegen Stress und Überforderung etwas zu tun.

 

Es geht nicht immer nur um Leistung!

Denn im Yoga geht es zum Glück nicht um Leistung wie so oft in unserer Gesellschaft, sondern viel mehr um Bewusstsein, Achtsamkeit und Spüren. In Zeiten wie diesen wo in Zukunft Stress wahrscheinlich noch mehr Probleme unseren Breiten verursachen wird als mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung kann Yoga für viele Menschen eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Ich persönlich werde auch bestimmt den einen oder anderen Kurs geben, denn ich möchte ja möglichst viel von meiner Erfahrung und meinem Wissen anderen Leuten weitergeben. Interessenten können sich schon jetzt unverbindlich bei mir melden und ich werde ihnen weitere Infos über Termine in Zukunft zukommen lassen. Abschließend kann ich jedem Menschen ob sportlich oder nicht nur empfehlen in Yoga ein bisschen hineinzuschnuppern, denn es ist ein ganzheitlicher Ansatz der eine ganz lange Tradition besitzt und alles andere als „nur“ eine Körperübung. Wer sich damit und mit sich selbst intensiver beschäftigen möchte oder einmal etwas ganz anderes ausprobieren möchte, falls er in diesem Bereich noch keine oder wenig Vorerfahrung hat, dem kann ich auch eine Yogalehrerausbildung empfehlen. Ganz unabhängig davon ob jemand danach unterrichten möchte (was nur bei wenigen die Hauptmotivation war) oder nicht, man lernt sehr viel über sich selbst.

 

Namaste,

 

Philipp

 

Infos zu Yogaschule: www.shreehariyoga.com

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